Krankhaftes Füttern

Feeding – Mästen aus Gründen der sexuellen Lust

Für die meisten Menschen hat Essen eher weniger mit Sex zu tun, für einige wenige ist allerdings genau das Gegenteil der Fall: Das Essen ist für sie der zentrale Bestandteil ihrer Sexualität.

Die Rede ist vom so genannten Feeding, auf Deutsch manchmal auch Mästen genannt. Feeding gehört in den Bereich des Fetischismus.

Aufklärung über „Mästen“ oder auch „Feeding – Das krankhafte Füttern“ von Lisa Henzler.

Aktualisiert: 5. März 2021
Autor: Lisa Henzler
Autor: Lisa Henzler

Unabhängige Redakteurin – Medizinstudentin aus Hamburg. Seit 2021 Autorin für das Blog-Magazin auf Potenzkur.com

Inhalt:
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    Aufklärung über Fetischismus

    Fetischismus: Sexualisierung von Dingen

    Fetischismus bezeichnet Handlungen, die von der sexuellen Norm abweichen.

    Die sexuelle Erregung ergibt sich bei einem Fetischisten gar nicht, oder zumindest nicht nur, aus der Zwischenmenschlichkeit, sondern aus Dingen, die normalerweise nichts mit Sexualität zu tun haben.

    Bekannte Fetische sind zum Beispiel der Fußfetischismus oder auch der Latexfetischismus. Fußfetischisten fühlen sich von Füßen in einem außergewöhnlich hohen Maße erregt. Frauen in Sandalen sind für diese Menschen ähnlich erregend, als würden alle Frauen mit nacktem Oberkörper durch die Straße gehen.

    Latexfetischisten werden vor allem durch das Tragen und die Berührung von Latex sexuell erregt.

    Fett Fetischismus: Lust an der Gewichtszunahme

    Fett Fetischismus

    Ein eher seltener Fetisch ist das Feeding oder auch Fett Fetischismus genannt. Der Fetischist wird von sehr dicken Frauen sexuell erregt und tut deshalb alles dafür, dass die Frau immer weiter an Gewicht zulegt. Man spricht in der Rollenverteilung vom „Feeder“, also dem „Fütterer“ und der „Feedee“, der „Gefütterten“.

    Wichtig dabei zu wissen ist, dass normalerweise beide am Prozess beteiligten Partner durch extremes Übergewicht erregt werden. Nicht immer ist der gefütterte Partner dabei extrem übergewichtig. Es kann sich auch nur um leichteres Übergewicht handeln. Meistens ist die Rollenverteilung in heterosexuellen Feeding-Beziehungen so, dass die Frau den übergewichtigen Part übernimmt.

    Fett Fetischismus: Lust an der Gewichtszunahme

    Fett Fetischismus

    Ein eher seltener Fetisch ist das Feeding oder auch Fett Fetischismus genannt. Der Fetischist wird von sehr dicken Frauen sexuell erregt und tut deshalb alles dafür, dass die Frau immer weiter an Gewicht zulegt. Man spricht in der Rollenverteilung vom „Feeder“, also dem „Fütterer“ und der „Feedee“, der „Gefütterten“.

    Wichtig dabei zu wissen ist, dass normalerweise beide am Prozess beteiligten Partner durch extremes Übergewicht erregt werden. Nicht immer ist der gefütterte Partner dabei extrem übergewichtig. Es kann sich auch nur um leichteres Übergewicht handeln. Meistens ist die Rollenverteilung in heterosexuellen Feeding-Beziehungen so, dass die Frau den übergewichtigen Part übernimmt.

    Feeding: Fetischismus, Morphophilie oder Masochismus?

    Zugehörig von Feeding

    Bisher ist noch nicht ganz klar, ob das Feeding nur in den Bereich des Fetischismus gehört, oder ob es auch eine Form der Morphophilie oder des Masochismus sein kann.

    Die Morphophilie bezeichnet den Amputationsfetischismus, mit dem auch eine sexuelle Erregbarkeit durch körperliche Veränderungen anderer Art einher geht.

    Der Masochismus bezeichnet sexuelle Erregung durch körperlichen als auch psychischen Schmerz.

    Vermutlich wird es Feeder und Feedees unterschiedlicher Arten geben, die sich auf alle drei Bereiche aufteilen.

    Sicher ist allerdings, dass eine Feeding-Beziehung immer eine Abhängigkeits-Beziehung ist, was von Psychologen kritisch bewertet wird.

    Die Abhängigkeit des Feedee vom Feeder ist zu Beginn noch eine psychische, kann aber immer mehr zu einer körperlichen werden, wenn Feedees irgendwann so dick sind, dass sie sich nicht mehr selbst versorgen können, krank oder gar zum Pflegefall werden.

    Kritisch zu sehen ist außerdem, dass das Feeding das soziale Leben des Feedees stark negativ beeinträchtigen kann, auch wenn keine gesundheitlichen Schäden auftreten sollten.

    Parallelen und Unterscheidung zur DS-Beziehung

    Eine Feeding-Beziehung weist immer Parallelen zur DS-Beziehung, die aus dem BDSM-Bereich stammt, auf. Bei der DS-Beziehung gibt es einen dominanten und einen unterwürfigen Part. Sie kann in vielen verschiedenen Ausprägungen und Abstufungen gelebt werden.

    Beim Feeding gibt der Feeder den dominanten Part, der Gefütterte geht in die Unterwerfung. Nicht jede DS-Beziehung muss immer gleich eine krankhafte Abhängigkeitsbeziehung sein, denn manchmal wird das Abhängigkeitsverhältnis auch nur als eine Art Rollenspiel gelebt.

    Bei einer Feeding-Beziehung handelt es sich allerdings immer um eine krankhafte Abhängigkeits-Beziehung, da die Betroffenen sich selbst dabei schädigen und sich die Unterwerfung auf das komplette soziale Leben auswirkt.

    Fat-Acceptance-Bewegung distanziert sich vom Feeding

    Im Jahr 1967 wurde in New York die Fat-Acceptance-Bewegung gegründet, die es sich zum Ziel gemacht hat, gegen Diskriminierung dicker Menschen zu kämpfen.

    Zu Beginn sah diese Bewegung das Feeding noch als einen Teil ihrer selbst an. Heute grenzt sich die Bewegung allerdings vom Feeding ab, da in den letzten Jahren immer klarer wurde, dass es sich in Wahrheit um eine Krankheit handelt, die im besten Fall psychologisch behandelt werden sollte.

    Fat Admiration ist nicht gleich Feeding
    Fat-Admiration
    TommyStockProject / shutterstock.com

    Fat Admiration

    Feeding muss ganz klar von einem anderen ähnlichen Phänomen, der Fat Admiration, abgegrenzt werden. Bei der Fat Admiration geht es einzig und alleine darum, dass derjenige, den dicke Menschen sexuell erregen, sich einen Partner sucht, der bereits dick ist.

    Dem Feeder geht es darum, einen mehr oder weniger normalgewichtigen Menschen immer dicker zu machen, ohne dabei Rücksicht auf die Gesundheit des anderen zu nehmen.

    Bei der Fat Admiration spielt also die Zunahme an sich keine große Rolle, beim Feeding hingegen ist sie das zentrale Element, was einer der Gründe ist, warum Feeding immer mehr als krankhaft angesehen wird. In den meisten Fällen sind Feeder und Fat Admirerer selbst normalgewichtig.

    Lässt sich diese Erkrankung behandeln?

    Therapie von krankhaftem Mästen

    Die Therapie von Feeding ist in vielen Fällen schwierig, da die Handlungen im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden und die Beteiligten nur selten erkennen, dass sie sich krankhaft verhalten.

    Diese Erkenntnis ist aber für eine Therapie essentiell. Die Therapie sollte sich normalerweise um beide Partner kümmern. Es ist auch möglich, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, wenn die Beteiligten einen Leidensdruck durch ihr Verhalten spüren.

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