Piercing & Oralverkehr

Zungen- und Intimpiercings bei Oralverkehr - Hinweise & Tipps

Da die Zunge ein Organ ist, das an vielen sexuellen Praktiken beteiligt ist, stellen sich zwei Fragen: Bringt ein Zungen-Piercing tatsächlich einen sexuellen Lustgewinn? Und gibt es dabei ein erhöhtes Verletzungsrisiko bei Piercings und Oralverkehr?

Tipps und Aufklärung über Sex mit Piercings von Lisa Henzler.

Aktualisiert: 20. April 2021
Autor: Lisa Henzler
Autor: Lisa Henzler

Unabhängige Redakteurin – Medizinstudentin aus Hamburg. Seit 2021 Autorin für das Blog-Magazin auf Potenzkur.com

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    beccarra | shutterstock.com

    Zungenpiercing bei der Frau & Oralverkehr beim Mann

    Seit das Piercen in Mode gekommen ist, ranken sich Gerüchte, dass Piercings beim Sex einen Vorteil versprechen.

    Ganz besonders oft wird hier der Zusammenhang von Oralverkehr mit einem Zungenpiercing diskutiert. Eine eindeutige Mehrheitsmeinung zu diesem Thema gibt es aber nicht.

    Manche Männer scheinen ein Zungenpiercing beim Blowjob tatsächlich zu fühlen, allerdings liegt die Vermutung nahe, dass es darauf ankommt, ob und wie gekonnt die Frau das Piercing einsetzt. Ein Garant für guten Oralverkehr ist ein Zungenpiercing alleine also auf keinen Fall.

    Viele Menschen, vor allem solche, die keine Erfahrungen mit Piercings haben, machen sich Sorgen, dass ein Piercing ein Verletzungsrisiko sein könnte.

    Ganz von der Hand zu weisen ist diese Sorge nicht. Allerdings ist das Verletzungsrisiko nur sehr gering. Während der Schmuck beim Mann an der Vorhaut hängen bleiben kann, gibt es bei der Vagina kaum die Möglichkeit, sich mit dem Piercing zu verhaken.

    Makupix Photos | shutterstock.com

    Zungenpiercing beim Mann & Oralverkehr bei der Frau

    Es gibt deutlich weniger Männer, die ein Zungenpiercing tragen als Frauen und das obwohl das Piercing der Frau angeblich beim Sex einen höheren Lustgewinn bringen kann als dem Mann.

    Frauen reagieren im Allgemeinen empfindlicher auf sexuelle Reize, nehmen Berührungen feiner und auch an den unterschiedlichsten Stellen wahr. Die Gründe dafür dürften in der Anatomie liegen. Während beim Mann der ganze Penis empfindlich auf sexuelle Stimulation reagiert, so sind die Nervenzellen bei der Frau in Form der Klitoris auf einen sehr kleinen Punkt konzentriert. Aus diesem Grund berichten viele Frauen, dass sie besser zum Orgasmus kommen, wenn der Mann ein Piercing gekonnt im Bereich der Klitoris einsetzt.

    Die Kugel eines Zungenpiercings hat eine härtere Konsistenz als das menschliche Gewebe. Aus diesem Grund ist sie besonders gut zu spüren. Am besten funktioniert das nicht nur im Bereich der Klitoris, sondern auch an den Brustwarzen.

    Hinzu kommt, dass das Piercing kalt wird, wenn es eine Weile an der Luft ist, was einen zusätzlichen Reiz verspricht. Nicht umsonst benutzen viele Paare beim Sex Eiswürfel. Das Piercing kann sowohl bei der Frau, als auch beim Mann bewusst in kreisenden Bewegungen eingesetzt werden und kann so in unterschiedlicher Intensität die Intimzone stimulieren.

    Doch auch beim Mann gilt, was für die Frau gilt: Wer die richtige Technik hat, wird seiner Partnerin genauso ohne wie mit Zungenpiercing die größte Lust verschaffen können.

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    Intimpiercing der Frau – Was gibt es zu beachten?

    In den letzten Jahren hat der Trend zum Intimpiercing stark zugenommen. Frauen nutzen die kleinen Schmuckstücke vor allem dazu, sexy und geheimnisvoll zu wirken und ihrem Intimbereich einen speziellen Reiz zu verleihen.

    Alle, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, dürfen sich in Deutschland piercen lassen. Rechtlich gesehen ist der Vorgang allerdings immer noch Körperverletzung, weswegen der Gepiercte das Risiko immer selbst tragen muss.

    Risiken des Intimpiercings

    Das Stechen von Piercings im Intimbereich birgt immer ein höheres Gesundheitsrisiko als das Piercen an anderen Stellen des Körpers.

    Der Grund dafür ist, dass das Piercing an diesen Stellen schwerer sauber zu halten ist, da es sich in einem Bereich befindet, wo sich grundsätzlich alle möglichen Arten von Bakterien tummeln. Um ein schnelles Abheilen zu gewährleisten ist bei einem Intimpiercing daher besondere Sorgfalt geboten.

    Des weiteren ist es wichtig, dass der Piercer Erfahrung speziell im Stechen von Intimpiercings besitzt. Gerade in Bereichen, in denen besonders viele Nerven zusammenlaufen kann es durch falsches Stechen zu Langzeitschäden kommen, wie zum Beispiel Lähmungen oder Taubheit.

    Der Heilungsprozess ist bei einem Intimpiercing zudem immer langwieriger als bei anderen Arten des Körperschmucks. Hinzu kommt die Verletzungs- und Infektionsgefahr durch den Geschlechtsverkehr.

    Wenn sich das Piercing entzündet, kann die Infektion, wenn sie nicht behandelt wird, auch auf die inneren Geschlechtsorgane übergehen und sogar eine Blutvergiftung verursachen. Grundsätzlich ist das Infektionsrisiko bei der Frau höher als beim Mann. Grund zur Sorge ohne Grund gibt es aber nicht. 

    Was ist beim Sex mit Intimpiecings zu beachten?

    Bei Intimpiercings ist es ganz besonders wichtig, dass keine fremden Körperflüssigkeiten in den Stichkanal kommen, so lange das Piercing nicht verheilt ist. Mit dem Sex muss auf jeden Fall gewartet werden, bis das Piercing komplett verheilt ist.

    Je nach Art und Tiefe des Piercings können das wenige bis mehrere Wochen sein. Grundsätzlich gibt es auch bei verheilten Piercings immer die Gefahr des Ausreißens, daher sollte mit einem Piercing immer eher vorsichtig umgegangen werden.

    Das gilt vor allem bei der Frau. Mit dem Piercing grob umzugehen macht aber sowieso wenig Sinn, denn Frauen reagieren im Allgemeinen eher auf sanfte Reize.

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    Penispiercing – Was muss die Frau beachten?

    Bei Männern gibt es viele verschiedene Formen des intimen Piercings. Das bekannteste ist der Prinz Albert, bei dem der Schmuck unterhalb der Eichel durch den Penis gestochen wird.

    Männer haben eine geringere Infektionsgefahr beim Intimpiercing als Frauen, da im Bereich des Penis weniger Körperflüssigkeit und dem entsprechend auch weniger Bakterien vorhanden sind, als im Bereich der Vagina.

    Allerdings kann das Abheilen des Piercings beim Mann länger dauern, da der Stichkanal in den meisten Fällen tiefer im Gewebe liegt. Auch beim Mann gilt, dass Sex erst nach vollständigem Abheilen des Piercings wieder praktiziert werden sollte.

    In den meisten Fällen wird ein Piercing im Bereich des Penis weniger die Gefahr beinhalten auszureißen als bei weiblichen Intimpiercings. Daher müssen Frauen weniger vorsichtig sein, sollten aber bedenken, dass der Mann mit Piercing schmerzempfindlicher sein kann als ohne.

    In manchen Fällen kommt es vor, dass die Frau nach dem Sex mit einem gepiercten Penis Blutungen bekommt. In der Regel verschwinden die Blutungen aber wieder, wenn sich die Vagina an das Piercing gewöhnt hat.

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